WurmBlog

Andreas Wurm – Journalist/Autor/Ghostwriter

Der Anfang

Erstellt von Andreas Wurm am Dienstag 11. August 2009

Im April bin ich 38 Jahre alt geworden. Ich saß damals im Sun Sea Blue in Nizza und dachte über das Leben nach, während ich auf das Meer hinaus schaute. Menschen liefen auf der Promenade auf und ab, Sonne, Wind, Palmen – der ganze Wahnsinn.
Ich hatte gerade ein fast zwei Jahre dauerndes Projekt beim Fernsehen beendet. Damals, als ich auf das Meer hinaus blickte, sah ich das Ende dieses Projektes als eine guten Zeitpunkt, über meinen Beruf nachzudenken. Machte ich alles richtig oder vieles falsch? Gab es etwas, was ich unbedingt mal ausprobieren sollte? Sollte ich alles so lassen, sollte ich nur ganz leicht an den Verstellschrauben drehen oder brauchte mein Geschäft einen regelrechten Ruck in eine andere Richtung? Meine Gedanken gingen irgendwann in Richtung Internet: Statische Web-Seite oder Weblog oder beides? Sollte ich twittern oder es lieber lassen. Xing, Facebook, Twitter – wo hört im Web 2.0 das Berufsleben auf, und wo fängt das Privatleben an. Das 6. Gesetz der 48 Gesetze der Macht besagt:

„Mache um jeden Preis auf dich aufmerksam.“

Ich beschloss, mich eingehender mit Web 2.0 zu befassen.

Als ich wieder in München war, fielen mir immer wieder Journalistenzeitschriften in die Hände, die sich gerade zu diesem Zeitpunkt mit Social Media befassten. Überall ging es darum mitzumachen beim Web 2.0. Das war schon immer so, aber das Faszinierende daran war, dass nun die Journalisten daran partizipieren sollten. Sicher, ich holte mir meine Informationen zum Teil auch aus dem Netz, ich konnte mich schnell, wenn auch oft nur oberflächlich informieren. Allerdings ging es darum nicht. Das ist nicht Web 2.0. Die Autoren dieser Beiträge verlangten von mir, dass ich mich nicht mehr nur informieren sollte, ich sollte MICH ins Netz stellen.

Ich wusste, dass es Kollegen gibt, die zum Beispiel ein Weblog betreiben oder einen Twitter-Account nutzen. Ich hinterfragte deren Vorgehen nie, ich ignorierte es. Mir war das nicht wichtig. Ich verließ mich lieber auf mein Können und auf meinen Ruf, als darauf, rund um die Uhr für jedermann sichtbar zu sein. Ich hatte mir nie Gedanken über mögliche Vor- oder Nachteile gemacht. Doch nun war mein Interesse geweckt: Was ist Social Media, Social Networking? Was bringt es? Aus einem einfachen Gedanken über meinen Beruf ist die Lust auf ein Experiment entstanden. Jetzt packe ich meine Sachen und verlasse mein bisheriges Journalistenleben in Richtung Web 2.0.

Und so beginnt es…

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